2. Zahnzusatzversicherung für Kinder: KFO-Schutz ab Tag eins
Der ideale Zeitpunkt für eine Zahnzusatzversicherung für Kinder liegt ab dem dritten Lebensjahr, wenn das Milchgebiss vollständig ist. Der Grund: Viele Tarife schließen Leistungen für Kieferorthopädie aus, wenn bereits eine Diagnose oder ein Behandlungsplan vorliegt. Wer früh abschließt, sichert sich den vollen KFO-Schutz ohne Einschränkungen.
Alle Details zu KIG-Stufen, Tarif-Vergleich und Rechenbeispielen finden Sie im Ratgeber
Zahnzusatzversicherung Kinder: KFO sinnvoll absichern
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Was die KIG-Stufen für Eltern bedeuten
Bei einer kieferorthopädischen Untersuchung stuft der Kieferorthopäde die Fehlstellung in eine von fünf KIG-Stufen ein. Bei KIG 1 und 2 zahlt die gesetzliche Kasse keinen Cent. Die gesamten Kosten, zwischen 1.500 und 8.900 Euro, tragen die Eltern. Erst ab KIG 3 übernimmt die GKV die Regelversorgung, wobei Eltern zunächst 20 Prozent vorstrecken und nach Abschluss der Behandlung zurückerhalten. Doch auch bei KIG 3 bis 5 bleiben Zusatzkosten: Keramikbrackets, Retainer oder hochwertige Bögen zahlt die Kasse nicht. Genau hier greift eine Zahnzusatzversicherung mit KFO-Erstattung.
Tarifspanne: von 1,10 bis 26,83 Euro im Monat
Die Beiträge für Kinder-Tarife unterscheiden sich stark, je nachdem ob KFO-Schutz enthalten ist. Der günstigste Tarif, Münchener Verein ZahnGesund 85+, kostet für Kinder bis 5 Jahre nur 1,10 Euro im Monat, enthält aber keine KFO-Erstattung. Wer Kieferorthopädie absichern möchte, zahlt mehr. Der DFV Zahnschutz Komfort 70 liegt bei 12,60 Euro monatlich und erstattet 70 Prozent der KFO-Kosten bis maximal 1.400 Euro. Die Württembergische ZahnSchutz Premium 100 bietet mit 26,83 Euro pro Monat die höchste Deckung: 100 Prozent bei KFO bis 3.000 Euro.
Rechenbeispiel: Zahnspange bei KIG 1
Ein Kind benötigt eine Zahnspange wegen einer leichten Fehlstellung (KIG 1). Die Behandlung kostet 1.800 Euro. Die GKV zahlt bei KIG 1 nichts. Mit dem DFV Komfort 70 erstattet die Versicherung 70 Prozent, also 1.260 Euro. Abzüglich der Beiträge für 24 Monate (302,40 Euro) bleibt eine Ersparnis von 957,60 Euro gegenüber der Situation ohne Versicherung.
Auch bei höheren KIG-Stufen lohnt sich der Schutz. Wünschen sich Eltern bei KIG 3 Keramikbrackets statt Metallbrackets, zahlen sie einen Aufpreis von 600 bis 1.200 Euro, den die GKV nicht übernimmt. Mit dem DFV Premium 90 (Erstattung 90 Prozent, max. 1.800 Euro) ergibt sich nach Abzug der Beiträge (386,40 Euro für 24 Monate) ein Nettovorteil von bis zu 693,60 Euro.
Tarife ohne Gesundheitsfragen
Manche Eltern fragen sich, ob ihr Kind überhaupt angenommen wird. Die gute Nachricht: Viele Kinder-Tarife verzichten auf umfangreiche Gesundheitsfragen. Der DFV Komfort 70 stellt zum Beispiel nur eine einzige Frage, nämlich ob eine herausnehmbare Voll- oder Teilprothese vorhanden ist. Für Kinder ist das in der Regel kein Hindernis. Auch die Kosten für Narkose bei Kinderzahnbehandlungen übernimmt die GKV häufig nicht. Ein Tarif mit Zahnbehandlungs-Erstattung kann hier helfen.
Quellen:
AOK
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Barmer
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TK